Monatsspruch Mai 2017

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. (Kollosser 4,6)

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir kennen alle den alten Brauch, einen Gast mit Brot und Salz zu empfangen und in sein Haus einzuladen. Dies ist ein uralter orientalischer Brauch: Der Gast wird mit der Liebesgabe empfangen, dem Brot, der Lebensgrundlage, und mit dem Salz dazu, damit es schmeckt und die nötigen Minerale liefert nach einem verschwitzten Tag.

In Wikipedia finden Sie dazu: Die Gabe symbolisiert den Wunsch für Gemeinschaft, Wohlstand und Sesshaftigkeit. Zugleich soll die Gabe vor dem Teufel sowie vor bösem Zauber und Verwünschungen schützen. Denn Salz war besonders kostbar: Es diente auch zur Konservierung von Lebensmitteln.

So sollen unsere Worte sein, einladende Worte des Lebens mit der nötigen Würze – haltbare Worte, die sich bewähren in Jahren oder auch Jahrtausenden. Solche Worte finden wir in der Bibel. Nur für wertvolle Worte haben sich die Schreiber so viel Mühe gemacht über Jahrtausende. Alle anderen wurden vergessen.

Einladen mit Brot und Salz kann nur, wer ein Zuhause hat. Die wertvollen haltbaren Worte weitersagen kann nur, wer sie kennt, ja in ihnen zu Hause ist. Wir kennen das Vaterunser und den Psalm 23. Wir haben ein Lieblingswort aus der Bibel oder auch eine ganze Erzählung. Wir lieben den Luthertext oder auch einen anderen, vielleicht noch die alte eigene oder eine neue Kinderbibel der Enkel. Lassen Sie uns in diesen Worten zu Hause sein, nehmen wir sie wieder zur Hand, dann werden uns nie die freundlichen Worte fehlen mit Salz gewürzt und wir können einladen, unsere Enkel und jeden anderen, der eine Heimat sucht.

Ihr Pfarrer Thomas Jabs

Author: 

Thomas Jabs

Datum: 
Samstag, 25. März 2017