Monatsspruch Oktober 2017

Liebe Gemeinde,
Ganz menschlich spricht Jesus vom Himmel. Nur einmal ist ausdrücklich vom Himmel die Rede, nur einmal von den Engeln Gottes. Ohne diese Deutungen blieben wir mit beiden Beinen auf der Erde. Ein Hirte sucht sein verlorenes Schaf, eine Frau ihren verlorenen Groschen. Es ist noch nicht einmal die große Welt, die zum Bild für das Himmelreich wird, es ist die kleine, alltägliche, banale Welt; die Welt der Arbeit. Es ist aber auch die Welt der großen Gefühle. Überschwänglich ruft der Hirte Freunde und Nachbarn zusammen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Überschwänglich ist auch die Freude der Frau über ihren verlorenen Groschen.
Wer sich so freut, muss das Verlorene sehr vermisst haben, muss unruhig gewesen sein bei der Suche. Zwei Bilder, die von den großen Gefühlen unserer kleinen Welt erzählen. Zwei Bilder, in denen sich Liebe und Sehnsucht ausdrücken.
Und dann die Deutung. „Also wird auch Freude im Himmel sein"... So - genau so - wird die Freude sein. - im Himmel. Der Himmel ist nicht mehr länger jenes unerreichbare „droben", die Erde nicht mehr länger die gottlose, ins Bodenlose fallende Welt. Himmel und Erde berühren sich. Was auf der Erde geschieht, macht einen Unterschied im Himmel. Nicht schicksalslos ruht der Himmel in sich, wenn Menschen Orientierung finden, festen Boden unter ihren Füßen gewinnen. „Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut." Ja, Gott selbst ist verbunden mit dieser Erde, verbunden durch eine große Sehnsucht, eine große Liebe. Gott selbst ist, wie Martin Luther es gesagt hat, ein glühender Backofen voller Liebe, der von der Erde bis an den Himmel reicht. (Nach Gedanken von Pfarrerin Andrea Nickel-Schwäbisch)

 

Datum: 
Sonntag, 1. Oktober 2017