Christenlehre


Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. (1. Petr 2,9)

Die Kirche gründet in dem Wort des dreieinigen Gottes. Dank Gottes gnädiger Erwählung ist sie Geschöpf des zum Glauben rufenden Wortes. Sie ist gegründet auf das prophetische und apostolische Zeugnis der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, die allein Richtschnur für Lehre und Leben ist. (Grundordnung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz)

Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch die Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade auszurichten an alles Volk. (Barmer Theologische Erklärung, These 6)

Kirche ist die Erzählgemeinschaft der Geschichte Gottes, die Gemeinschaft derer, denen die Geschichte Gottes erzählt wird, denen sich die Geschichte Gottes als befreiende Lebensgeschichte bewahrheitet und die die Geschichte Gottes als befreiendes Lebensangebot weitererzählen.

Kirche lebt heute ebenso wie vor 2.000 Jahren von einem Wort, das sie durch die Zeiten trägt und das ihre Situation aufdeckt. Es ist das Grundwort der Kirche: „Ich bin bei euch.“ Ein Wort gegen die Verlassenheit der Kirche ebenso wie gegen die Verlassenheit eines jeden Menschen. Ein Wort, das schlaglichtartig die Situation der Kirche und menschlicher Existenz erhellt: Ich bin bei euch - Überwindung von Verlassenheit und Grundwort der Menschlichkeit, weil Verlassenheit das Ende menschlicher Verhältnisse bedeutet. Die Verheißung „Ich bin bei euch alle Tage“ provoziert das Grundvertrauen menschlichen Lebens.

Die Verkündigung des Evangeliums ist Lebensangebot für alle Menschen, über die Schranken enger Kirchlichkeit hinaus. Als Erzählgemeinschaft der Geschichte Gottes ist die Kirche auf Zukunft ausgerichtet, nicht auf heilsegoistische Zukunft, sondern auf die Zukunft des Reiches Gottes für die Welt. Es geht nicht um Besitzstandswahrung der Kirche und nicht um die Zukunft der Kirche um ihrer selbst willen, sondern darum dass allen Menschen das Evangelium verkündet wird. Kirche muss erzählen, wovon sie lebt, und wird gerade so Perspektiven für die Gesellschaft eröffnen. Wo spannend und aufrichtig erzählt wird, da wird auch aufgemerkt. Das Mindeste, das so erreicht werden kann, ist Verblüffung, und das ist viel.

Weil die Kirche vom Erbarmen Gottes lebt, ist sie selbst zum Dienst an der Gesellschaft verpflichtet, insofern immer auch diakonisch ausgerichtet. Die unbedingte Bejahung eines jeden menschlichen Daseins, die Rechtfertigung als Zuspruch göttlichen Zurechtbringens auch da, wo nach menschlichem Ermessen nichts mehr geht, und der Dienst, der sich dem zuvorkommenden Dienst Gottes verdankt, das sind Grundpfeiler unseres Dienstes. Diakonie wird immer mehr zum Dolmetscher der Geschichte Gottes; kirchliche Arbeit wird in der Öffentlichkeit vermehrt mit diakonischer Arbeit gleichgesetzt.

Es ist unverzichtbar, dass wir uns als Christen einsetzen für Menschen, die in verschiedene Nöte gekommen sind, aber es ist für die Kirche existenziell wichtig, die Geschichte Gottes weiterzugeben. Das muss jeder kirchlichen Arbeit abzuspüren sein. Unsere Aufgabe als Kirche ist es vor allem, zu verkündigen. Alle weiteren Aktivitäten können darüber hinaus gehen, den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden, niemals aber Selbstzweck sein. Aktivitäten ohne Verkündigung können von außerkirchlichen Anbietern genauso gut oder sogar besser angeboten werden.

Die Arbeit mit Kindern, derzeit besonders in Form der Christenlehre, ist ein Angebot der Gemeinde, Kindern Geschichte Gottes zu erzählen und, der Individualisierung gegensteuernd, Gemeinschaft untereinander, mit anderen Menschen und mit Christus anzubieten. Wir wollen für Fragen und Probleme der Kinder offen bleiben und die Geschichte Gottes und die darin enthaltende Lebenshilfe und Seelsorge weiterhin deutlichst erzählen.

Kinder lernen unterschiedliche Werte und Normen kennen, nach denen sich Menschen richten. Wir bieten mit der Chistenlehre die Möglichkeit Werte und Normen der christlichen Prägung unserer abendländischen Kultur kennenzulernen, etwa die Erklärung der Hintergründe unserer Feste. So leistet Kirche einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Bildung. Wir betonen die Wichtigkeit von Ritualen (wie in einem Gottesdienst die Liturgie), die bei der Suche nach Orientierung und Beheimatung unterstützen.

Kinder sind auf ihre ganz eigene Weise auf der Suche nach einem Sinn, auf der Suche nach Beantwortung der grundlegenden Fragen der Menschheit. Bei dieser Suche dürfen Eltern und andere Erwachsene die Kinder begleiten. Der christliche Glauben ist ein Angebot, mit diesen Fragen umzugehen. Das und unser Selbstverständnis, das wir aus den Worten Jesu: „Gehet hin in alle Welt lehret und taufet“, gewinnen, ermutigt uns jedes Jahr aufs Neue, Kinder zu sammeln und ihnen von unseren Erfahrungen mit Glauben und mit Gott zu berichten. Dazu werden wir durch die Eltern beauftragt und unterstützt.

Unsere Vision ist es, kirchliche Angebote für Kinder in dem riesigen Spektrum der kulturellen, sportlichen oder sonstigen Angebote so ansprechend und einladend zu gestalten, dass wir unsere Freude an und mit der Geschichte Gottes glaubhaft an Kinder weitergeben und sie gerade darum gerne kommen. Unser Anliegen ist es, dass sich Kinder in einer Gruppe etwa Gleichaltriger einfinden, dort möglichst Freundschaften oder Bekanntschaften begründen, die christliche Gemeinde auch in Zukunft lebendig erhalten. Wir möchten, dass sich Kinder in die Gemeinde einleben und sich in unseren Kirchen wohlfühlen.

Die Christenlehre ist ein Angebot, das sich an Kinder im Grundschulalter, also zwischen 5 und 13 Jahren richtet. Wichtigste Themen in den ersten beiden Jahren sind die Jesus-Geschichten der Evangelien, das Kirchenjahr und die Kirche mit ihrer Einrichtung. In den folgenden Jahren versuchen wir, den Kindern ausgewählte Erzählungen des Ersten Testaments nahezubringen. Die Christenlehre-Zeit wird abgeschlossen mit Erzählungen der Apostelgeschichte, den Paulus-Briefen und einer Einführung in den Gottesdienst.

Wir beginnen zeitgleich mit der Einschulung, meist mit sehr kleinen Gruppen. Nach einem halben Jahr oder im zweiten Schuljahr haben die Familien die Freizeit-Aktivitäten der Kinder und die neuen Anforderungen der Schulzeit koordiniert und es kommen mehr Kinder hinzu. Wenn die Kinder sich wohlfühlen, bringen sie Weitere mit, so dass die Gruppen in der 3. und 4. Klasse stärker werden. Mit der 5. Klasse gehen die Kinder meist nicht mehr in den Hort, müssen also ihre Nachmittagsbeschäftigungen neu ausrichten, oder wechseln auch ins Gymnasium. Die Gruppen werden dann erfahrungsgemäß wieder kleiner. Die Christenlehregruppen werden begleitet durch den Gemeindepädagogen unserer Gemeinde, Holger Brose und treffen sich wöchentlich in den verschiedenen Standorten unserer Gemeinde. (Holger Brose, Gemeindepädagoge)

In den weiteren Auswahlpunkten unter Christenlehre sind die einzelnen Klassenstufen mit den jeweiligen Standorten und Uhrzeiten aufgeführt.