Einleitung zum Gemeindebrief August /September 2020

Liebe Gemeinde!

Von Martin Luther gibt es die schöne Anekdote, dass er in Wittenberg aus dem Fenster seines Hauses herausschaut und unten geht der Teufel vorbei. Er bleibt bei der Haustür stehen, klopft und ruft hinauf: „Wohnt hier der Doktor Luther?“ Darauf der Reformator vom Fenster oben: „Nein, nein! Der Doktor Luther ist schon lange gestorben.“ – „Ja, wer wohnt denn jetzt hier in diesem Haus?“ will der Teufel wissen. Darauf die Antwort von oben: „Hier wohnt der Herr Jesus Christus!“ Worauf der Teufel seinen Schwanz eingezogen und sich flugs davon gemacht haben soll.

Warum hat er sich flugs davon gemacht? Weil der Teufel Christus ans Kreuz gebracht hatte und wohl wusste, dass dieser Christus, der persönlich durchlitten hatte, was geschieht, wenn man den Teufel einlässt.  Dieser Christus würde ihm nie mehr die Tür öffnen.

Paulus konnte mit einem Wort alles, seine ganze Verkündigung, zusammenfassen: Versöhnen hatte Luther übersetzt. Ganz wörtlich sagte Paulus: Vertauschen. Jesus Christus, der unseren Tod mit seinem vertauscht, der persönlich erlitten hat, was passiert, wenn wir dem Bösen die Tür unseres Herzens öffnen. Also: Die Werke des Teufels, das Böse, Sünde, Leid, Tod, Krankheit, Schmerz, Gewalt, Lug und Trug, Gemeinheit, Gleichgültigkeit, Hass, Streit, Neid, Selbstsucht, Hochmut, Lieblosigkeit, Gier, und was alles vor der Tür unseres Herzens täglich steht und anklopft,  um von uns Besitz ergreifen zu wollen.  Wenn dies alles anklopft, dann sehen wir Christus am Kreuz. Das alles hat ihn ans Kreuz gebracht. Darum wohnt er jetzt in uns und vertauscht alles. Haben wir Christus im Herzen, sind wir überzeugt davon, mit ihm vertauscht zu sein. Dann mag das Böse immer wieder vor der Tür unseres Herzens stehen. Wir werden ihm nicht öffnen, weil Christus, den wir lieben, genug gelitten hat. Dann ist kein Platz mehr für das Böse, sondern nur noch für ihn. Jesus Christus ist der Gute. Was für ihn gut ist, das ist gut. Wenn er in unserem Herzen wohnt, dann wissen wir, was gut ist. (Pfarrer Thomas Jabs)

Autor: 

Pfarrer Thomas Jabs

Datum: 
Samstag, 1. August 2020