Monatsspruch Dezember 2020

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Jesaja 58,7

Zur Zeit, als Jesaja diese Worte sprach, zu dieser Zeit waren die Juden erst ein paar Jahre wieder zurück in ihrem Land. Es gab Wiedergekommene mit Besitzansprüchen, es gab schon immer Dagebliebene, unter Fremdherrschaft Verarmte. Es gab neue und alte Arme und ein paar neue Reiche. Sie wohnten in ungeschützten Städten und hatten keine außenpolitische Bedeutung.

Sie sollen wieder scheinen in Glanz und Gloria vor der Welt und wieder aufbauen die zerstörten oder heruntergekommenen Städte, wenn sie sich den Schwachen zuwenden.

Wir wohnen in einem reichen Land und diskutieren über Coronamaßnahmen. Ein lieber Angehöriger wird krank, wir machen uns Sorgen. Wir kümmern uns rührend um Ehepartner, Eltern, Freunde, Nachbarn. Wir wollen wirtschaftliche Sicherheit für uns und unsere Lieben und das hängt natürlich mit dem Ganzen zusammen.

Das Ganze ist mehr als unser Land und unsere Zeit. Das Ganze hat Gott im Blick. Nur mit Gerechtigkeit, nur mit Zuwendung  zu den Bedürftigen, nur mit Rücksicht auf die Gefährdeten, nur mit Liebe gibt es dauerhaften Erfolg.

Oder ganz kurz: Gott gibt und erhält unser Leben.

Er gibt auch Erfolg oder Niedergang. Militärisch haben wir das schon durchgespielt – wirtschaftlich und ökologisch sind wir dabei und beim Thema Gesundheit gibt es die verschiedensten Prognosen.

Wenn uns die Menschen am Herzen liegen, die am schwächsten sind, sei es beim Thema Gesundheit oder Geld, sei es im Hinblick auf Macht oder im Umgang mit der Natur – wenn wir andere unser Herz finden lassen, dann werden wir diese Welt bewohnbar machen, dann wird Gott diese Welt weiter erhalten. Pfarrer Thomas Jabs

Autor: 

Pf. Thomas Jabs

Datum: 
Dienstag, 1. Dezember 2020