Monatsspruch Februar 2019

 

 

 

 

 

Liebe Gemeinde!
Heute möchte ich Sie auf eine sprachliche Eigenart aufmerksam machen: „Ich leide.” Damit ist in der Regel gemeint, mir geschieht etwas, das schlecht für mich ist. „Ich kann Sie gut leiden.” Damit ist immer gemeint, es ist gut für mich, in der Nähe dieses Menschen zu sein. Das Wort leiden kann also sowohl Schlechtes als auch Gutes meinen. Alles, was unser Leben ausmacht, lässt sich in zwei Bereiche einteilen: Der erste Bereich umfasst alles, was wir tun. Gutes und Böses. Alles, was wir verändern an uns und in der Welt. Vor allem dieser Bereich ist Gegenstand der Forschung, der Politik und der Wirtschaft. Über diesen Bereich sprechen wir auch oft in der Kirche: Was kann ich tun? Die andere Hälfte des Lebens ist alles, was wir erleiden, alles, was uns begegnet, was uns entgegenkommt im Leben, was uns widerfährt an Gutem und Schlechtem, alles, was uns zugemutet wird und alles, was uns geschenkt wird. Fehlt uns diese Hälfte, können wir damit nicht umgehen, dann sind wir nur halbe Menschen, leben nur ein halbes Leben, gehen am ganzen, am wirklichen Leben vorbei.

Darum rufe ich Sie heute dazu auf: Lasst uns leiden!!

Diesen Ruf höre ich für uns aus dem Wort des Paulus an die Römer: Röm 8,18-23. Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Das ist die große Zusage, die Paulus formulieren konnte: Was wir an Schwierigkeiten und Schmerzen erleiden, ist weit geringer als die Belohnung - als das, was wir an Gutem erleiden, nämlich empfangen und geschenkt bekommen. Ein ganz anderes Leben tut sich da vor uns auf - ein wundervolles, ein reiches gesegnetes Leben. Pfarrer Thomas Jabs

Author: 

Thomas Jabs

Datum: 
Freitag, 1. Februar 2019