Monatsspruch Juli 2019

Im 1. Kapitel des Jakobusbriefes in Vers 19 heißt es: „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ Kennen Sie den Ausspruch: „Gott hat uns Menschen nicht ohne Grund mit nur einem Mund aber mit zwei Ohren ausgestattet“? Es ist nicht immer leicht, zuzuhören. In der Regel sind wir dankbar, wenn ein Gesprächspartner zuhört, ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt, spüren lässt, ihm liegt an mir. Menschen, die zuhören können, tun einfach gut. Helfen, Erlebnisse und Erfahrungen zu verarbeiten. Gewähren, ganz ungeschützt reden zu können. So, wie es mir gerade ums Herz ist. Rechtfertigen das Vertrauen, dass vertraulich Gesagtes auch vertraulich bleibt. Halten mich aus mit meinen Gefühlen, die mich gerade beherrschen. Was für ein Geschenk, wenn man nur einen solchen Freund hat. Niemand kann allein Christ sein.

Christen brauchen die Schwestern und die Brüder an ihrer Seite. Zum Lachen und zum Weinen. Zum Mut machen und zum Beten. Zum Glauben und zum Hoffen. Um sich gegenseitig zu ergänzen und auch, um sich gegenseitig zu korrigieren. Aus dem aufmerksamen Zuhören Gott und Menschen gegenüber kommt fröhliche Gelassenheit, mit dem Reden warten zu können, bis der Gesprächspartner sich öffnet, er wirklich zuhören kann. Ein liebevoll – aufmerksam und hörbereites Herz lässt den Zorn in einem Gespräch nicht vorschnell und vor allem nicht das letzte Wort haben. Beschenken wir Christen uns als Schwestern und Brüder untereinander durch ein herzliches Anteilnehmen am Leben des anderen. (Pfarrer Thomas Jabs)

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Thomas Jabs