Monatsspruch Juli 2021

Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. (Apg 17,28)
Dies letzte: „Wir sind seines Geschlechts.“, ist ein Zitat des Dichters Aratos von Soloi aus dem Prolog des Gedichtes Phainomena.
Phainomena, also Phänomene ist ganz genau das: Eine Beschreibung von Phänomenen, also Naturwissenschaft der damaligen Zeit. Genauer gesagt: Das damalige Wissen über die Himmelskörper.
In ihm, dem Universum leben, weben und sind wir. Auch wenn wir niemals alles wissen können und werden über dieses Universum, sind wir doch ein Teil von ihm.
So ist es auch mit Gott. Wir können nicht alles, wahrscheinlich nicht einmal viel über ihn wissen. Doch leben, weben und sind wir in ihm. Gott ist uns nah.
Gott ist uns näher als die Luft zum Atmen, näher als uns die liebsten Menschen sind, näher als uns die Dinge sind, mit denen wir uns umgeben.
Keinem von uns ist Gott fern. Wir alle verdanken uns Gott, mit dem, was wir sind und wie wir sind.
Nun geht Paulus einen Schritt weiter: Wir leben immer schon von Gott her und Gott will, dass wir ihn suchen und mit ihm leben. Es geht um eine sehr persönliche Beziehung zu Gott, um eine Beziehung des Vertrauens und des Gehorsams.
Gott ruft uns, Gott ruft dich und mich. Seit unserer Taufe hat er nicht aufgehört, meinen und deinen Namen zu rufen, damit wir nicht ohne ihn leben - ohne seine Liebe, ohne seine Treue, ohne das Vertrauen zu ihm und ohne den Gehorsam, der sich um seinen Willen müht. In diesem Ruf bietet er das Leben an. Er, der nicht will, dass auch nur einer verloren geht, sondern der uns allen im Glauben das Leben schenken will, das nicht vergeht. Pfarrer Thomas Jabs

Autor: 

Thomas Jabs

Datum: 
Dienstag, 1. Juni 2021