17 Jahre Spielraum für Bewegung

Im März 2002 lud Frau Sigrid Jülich Eltern und Kinder zu sich nach Hause ein. Es ging um die Entwicklung der Kinder und die helfende Haltung der Eltern. Diese Haltung, in der Kinder heranwachsen dürfen, klingt in einem Satz an: „Gebt mir Zeit und Gelegenheit, mich selbständig zu bewegen.“

Schnell wuchs die Gruppe und brauchte größere Räume. Am 6. Februar 2003 gab es ein erstes Schnupperangebot im Theodor-Fliedner-Heim. 16 Jahre lang waren Kinder und Eltern jeden Montag in Erwartung,
wie heute wohl der Raum vorbereitet ist. Waren alle beisammen, sangen sie das Begrüßungslied und danach gab es kein Halten mehr. Die Kinder wollten spielen: Auf Leitern und Hocker klettern, mit Tüchern,
Hölzern, Trichtern etc. experimentieren, bauen oder einfach nur mit dem Gefährten in Kontakt treten. Damals war hauptsächlich für die Eltern vieles fremd. Nur am Rande sitzen zu bleiben, einfach nur da sein, dem eigenen Kind ohne einzugreifen zuzuschauen, es genau zu beobachten, das wollte erst einmal erlernt werden. Emmi Pikler sagte dazu: „... das Kind genießen.“ So hatten die Eltern die Möglichkeit, im „SpielRaum für Bewegung nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg“ die Eigenaktivität ihrer Kinder zu beobachten und sie besser kennenzulernen. Ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse für das Tun ihres Kindes schafften eine Atmosphäre der Sicherheit und des Angenommenseins zwischen Eltern und Kindern.

Aus Alters- und Gesundheitsgründen beendete Frau Jülich diese Arbeit im Dezember 2018. Eltern, Kinder und Kirchengemeinde danken Frau Jülich von Herzen. Das wollen wir ihr im Gottesdienst am 03.03.19 um 17 Uhr im Theodor-Fliedner-Heim auch persönlich sagen und zeigen. (Pfarrer Thomas Jabs)

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