Danke an Bernhard Farenholtz für 20 Jahre Chor in Mahlsdorf-Süd

Bernhard Farenholtz

Kirchenchor mit Bernhard Farenholtz war anders als andere Kirchenchöre. Es war ein Chor(er)leben. Die Proben bezeichnete Bernhard oft als „Chorparty“.  Sie begannen mit Auflockerungen, Rhythmusübungen und Einsingen. Geschlossen wurde mit dem Segen, der uns noch einmal der Gemeinschaft vergewisserte. Und dazwischen wurde zwei Stunden intensiv geprobt. Es konnte teilweise sehr anstrengend für beide Seiten werden. Denn die Stücke von Heinrich Schütz bis in die moderne Musik von heute, eine Bandbreite der Chorliteratur aus vier Jahrhunderten, gern nicht nur vierstimmig, waren anspruchsvoll und verlangten uns Sängerinnen und Sängern viel ab. Aber wir wuchsen daran. Im Anschluss an die Proben saßen wir noch in mehr oder weniger großer Runde zusammen und sprachen miteinander über Tagesthemen, Probleme und die Merkwürdigkeiten des Lebens. Zu Beginn dieser Runden wurden die jeweiligen Geburtstagskinder gefeiert, die zumeist zu einem kleinen Umtrunk einluden. Diese Runden endeten mit dem gemeinsamen „Grölen”, was aber entgegen dem Wortsinn die Pflege kultivierten Chorgesangs war. So war jeder Probenabend tatsächlich eine Art Party.

Der Kirchenchor im Theodor-Fliedner-Heim hat sich in den zurückliegenden 20 Jahren mit Bernhard Farenholtz zu einer aus der Kirchenmusik unserer Gemeinde nicht mehr wegzudenkenden Einrichtung entwickelt. Die Auftritte zu Gottesdiensten und anderen Gemeindeanlässen wurden von Bernhard akribisch vorbereitet und choreografiert, teils auch mit verschiedenen Aufstellungen im Theodor-Fliedner-Heim, denn diese Kirche ist akustisch problematisch für einen Chor. Dennoch waren diese immer ein Höhepunkt für den Chor und die Gemeinde. Oft dankte die Gemeinde mit spontanem Applaus.

Gelegentlich sangen wir auch in anderen Kirchen, um einen anderen Klang zu erleben. Einmal im Jahr ging es für ein verlängertes Wochenende auf Chorfahrt, um besonders schwierige Stücke intensiv zu proben bzw. die alle fünf Jahre stattfindenden Jubiläumskonzerte vorzubereiten. Immer wieder führten die Chorfahrten auch zur Partnergemeinde nach Frömern. Auch Silvester haben wir mehrmals miteinander gefeiert, in Zingst, in unserer Kirche und im Kloster Lehnin.

Unseren Chor zeichnete aus, dass er Familienmitglieder mitzog. Waren anfangs, als die Kinder vieler Chormitglieder noch klein waren, viele komplette Familien bei den Chorfahrten dabei, so kamen einige davon später als neue Mitglieder in den Chor. Das hatte zur Folge, dass viele Altersgruppen im Chor vertreten waren, was sich durchaus positiv auf dessen Gesamtklang auswirkte.

Am 12.03.2020 fand die letzte Probe des Chores statt. Das Singen im Chor ist seit Corona gefährlich geworden. Die Pandemie hat unser aller Leben verändert und die Weichen teilweise neu gestellt. Für Bernhard führte diese Zwangspause zu dem Entschluss, die Leitung unseres Chores zugunsten anderer, ebenfalls wichtiger Dinge aufzugeben. Wer Bernhard kennt, weiß, dass er diese Entscheidung nicht unüberlegt, sondern schweren Herzens getroffen hat. Umso mehr verdient dieser Schritt Respekt und Anerkennung.

Die Sängerinnen und Sänger des Chores und der Gemeindekirchenrat danken Bernhard Farenholtz für seine 20 Jahre lang selbstlose und über jedes Maß hinaus engagierte Leitung des Chores, für die Lebensfreude, die er uns Sängerinnen und Sängern und der Gemeinde mit seinem außergewöhnlichen Können in jeder Probe und mit jedem Auftritt gegeben hat. Wir wünschen ihm für seine private und berufliche Zukunft alles Gute und Gottes Segen. Sobald das Singen im Gottesdienst wieder möglich ist, werden Chor und Gemeinde Bernhard Farenholtz mit einem Verabschiedungsgottesdienst persönlich Dank sagen und singen. Ob und wie es mit dem Chor im Theodor-Fliedner-Heim nach Corona weitergeht, werden Chor und Gemeindekirchenrat gemeinsam überlegen. (Udo Große und Christiane Reck)