Kirchen in unserer Region

Seit alters her haben Menschen Kirchen errichtet, zur Ehre Gottes, um anzubeten, zu loben und zu danken. Sie waren für unsere Vorfahren lebenswichtig und schlagen so eine Brücke von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Wir sollten viel dafür tun, damit sie unseren Kindern und Enkeln erhalten bleiben. Als sichtbare Landmarken sind sie auch für Nichtchristen Heimat und stiften Identität. „Nur unsere Dorfkirchen stellen sich uns vielfach als Träger unserer ganzen Geschichte dar, und die Berührung der Jahrhunderte untereinander zur Erscheinung bringend, besitzen und äußern sie den Zauber historischer Kontinuität“, so Theodor Fontane in „Vor dem Sturm“. Das Land Brandenburg verfügt über eine vielfältige Kirchenlandschaft. Von den verschwundenen Holzkirchen der ersten Siedler zeugen nur noch Reste. Aber ab dem 13. Jh. tauchen Feldsteinkirchen auf, die noch heute zu bestaunen sind. Man kann sich kaum vorstellen, wie damals mit einfachem Werkzeug Feldsteine zu regelmäßigen Quadern behauen und dann im Mauerverband an den richtigen Ort verbracht werden konnten. Größere Klöster und die Städte waren bald in der Lage, ihre Kirchen aus Backsteinen zu errichten. In Jahrhunderten entstand eine Vielfalt an Stadt- und Dorfkirchen. Die großen Einschnitte durch den Dreißigjährigen Krieg und den Zweiten Weltkrieg brachten unersetzliche Verluste mit sich.
Die Kunstepochen Romanik, Gotik, Renaissance, Barock und ihre Neo-Varianten spiegeln sich in den Kirchbauten wider. Ein oberflächliches Urteil lautet: „Eine Kirche gleicht im Wesentlichen der anderen.“ Davon kann keine Rede sein. In architektonischer und bildkünstlerischer Hinsicht sind es Unikate, die zum Reichtum unseres Landes gehören. Ein Blick in unsere Nachbarschaft genügt. Jede Kirche hat ihre Besonderheiten, im Äußeren und in der Ausstattung. Da ist z.B. Werder in der Nähe von Strausberg mit seinen Ritzzeichnungen (Eule, Kopf mit Narrenkappe), da sind Hönow mit
Schachbrettstein, Ihlow mit dem Geheimgang als Fluchtweg, Zinndorf mit Spuren von Tierpfoten im Fußboden, Rehfelde mit dem kürzlich entdeckten Mühlstein im Fußboden oder auch unsere alte Dorfkirche, bei der entgegen den meisten Feldsteinkirchen, der Dachfirst des Turms in die gleiche Richtung weist, wie derjenige des Kirchenschiffs. Die Beschränkungen infolge der Pandemie werden auch einmal ein Ende haben. Dann müssen wir uns nicht unbedingt auf Fernreisen begeben, Ausflüge in die engere oder weitere Umgebung haben ihren Reiz, auch und gerade wegen der Kirchenbauten, die wir dabei entdecken können. 
Dazu möchte ich in den nächsten Gemeindebriefen Kirchen mit ihrer Geschichte vorstellen. Sie alle sind einen Ausflug wert. In welchem Ort findet man diese Kirche auf dem Bild? (Uwe Donath)
 
Hinweis: Stöbern Sie hier nach Alten Kirchen.