Kirchen in unserer Region - Dorfkirche Wegendorf

Der Ort Wegendorf, zehn Kilometer entfernt von Altlandsberg, erstmalig 1345 erwähnt, besteht heute aus dem alten Dorfkern mit abgeschlossenen Höfen, Siedlungshäusern aus den frühen dreißiger Jahren des 20. Jh. und zwei Wohnvierteln, die erst seit 1990 entstanden sind. Alteingesessenen und Zugezogenen lag die Erhaltung der Dorfkirche am Herzen, und die gemeinsame Arbeit trug dazu bei, dass sie zueinander gefunden haben. Die romanische Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jh. ist eine der ältesten Dorfkirchen auf dem Barnim. Malerisch steht sie auf einer Anhöhe an der Hauptstraße,
umgeben vom weiterhin genutzten Friedhof. Neben der Kirche liegt das ehemalige Küsterhaus, ausgestattet mit Küche, WC und Versammlungsraum bietet es zusätzliche Veranstaltungsmöglichkeiten.

Man betritt die Kirche durch den Turm und gelangt in ein helles, klar gegliedertes Kirchenschiff. Der Blick wird auf den eingezogenen Chor mit Apsis gelenkt, ein reich bemaltes Kreuzrippengewölbe
aus dem 15. Jh. eröffnet zum Altar hin einen anderen Bereich. Der figurenreich geschnitzte Altar mit der Darstellung von Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung entstand wohl im Anfang des 17. Jh. Bei flüchtiger Betrachtung könnte man eine Stuck- oder Sandsteinarbeit vermuten, die eigentlich farbige Fassung wurde später mit weißer Ölfarbe überstrichen. Die Altarnischen sind besetzt mit Schnitzfiguren, die die Erzengel Raphael und Gabriel sowie die Apostel Petrus und Paulus verkörpern. Sie ersetzen im Zweiten Weltkrieg verloren gegangene Bildwerke. Die die Gewölberippen tragenden Konsolsteine sind seltsame Gesichter, eine Legende will darin Hussitenköpfe erkennen, die für ihre Plünderungen büßen. Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges blieben lange Zeit spürbar, viele Jahre
war die Pfarrstelle unbesetzt, als Filialkirche von Altlandsberg erfuhr Wegendorf seit dem 18. Jh. nur noch wenig Aufmerksamkeit. Mitte des 19. Jahrhunderts wandte sich der Gemeindekirchenrat an die Potsdamer Regierung mit einem Antrag auf Reparatur und Ausbau der Kirche, „da der innere Zustand derselben nach und nach von der Art geworden ist, dass er auf den Gottesdienst und die kirchliche Erbauung einen störenden Eindruck macht, und die ganze innere Haltung der Kirche nicht mehr eine anständige und kirchlich würdige genannt werden kann“. Die Fenster seien zu klein und schlecht, der Putz schadhaft, Gestühl und Emporen schmutzig und der Altaraufsatz vielfach beschädigt. Der Bitte wurde 1848 entsprochen. 1861 entstand der neoromanische Turm aus gelbem Verblendziegelmauerwerk. Die Taufschale aus Zinn und die Kanzel stammen aus dem 19. Jahrhundert. Im Chorraum erinnert ein Sandsteinepitaph an den 1750 verstorbenen Pfarrer Philipp Anton Martini. Im schlichten Kirchenschiff hängen zwei Gemälde: „Gekreuzigter“ und „Auferstehung“ des in Wegendorf lebenden Malers Harald Metzkes – ein eindrucksvoller Impuls zeitgenössischer Spiritualität. Wie bei vielen Kirchen war nach der Wende dringender Sanierungsbedarf gegeben. Im Jahr 2009 gründeten engagierte Wegendorfer einen Förderverein, der mit vielen Aktionen zur Finanzierung der notwendigen Bauarbeiten beigetragen hat. Ob Weihnachtsmarkt oder Osterfeuer, Sommerfeste, Konzerte, Puppentheater und Pilgertouren, die Initiativen fanden viele Mitwirkende. Eine gute Idee war die „Ziegelpatenschaft“, mit der eine erfreuliche Summe für das neue Dach zusammenkam. Es gab viel zu tun, aber die gemeinsame Arbeit hat das Zusammenwachsen der Dorfgemeinschaft befördert. Neugestaltet wurde der Dachboden, ein Teil als landwirtschaftliches Museum, ein Bereich für Lesungen und Andachten. Viel Glück hatte die Gemeinde mit der Anschaffung
einer Orgel. 2016 war aus der Schwanebecker Kirche eine Orgel der Fa. Jehmlich abzugeben. Sie passte genau auf die Empore in Wegendorf und der Preis war günstig. (Uwe Donath)

www.kirche-wegendorf.de - in der Regel geöffnet Mai bis Erntedank sonntags 13:00 – 16:00 Uhr 

In welchem Ort befindet sich diese Kirche, die beim nächsten Mal vorgestellt wird?

(Das Foto im vorigen Gemeindebriefzeigt die Dorfkirche in Garzau)