Zum Gedenken an Pfarrer Helmut Bauer

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Dieses Lied von Dietrich Bonhoeffer hat die Trauergemeinde zur Beerdigung von Pfarrer Bauer am 12. Dezember 2019 in Neuenhagen gesungen. Es gehörte zu seinen Lieblingsliedern und somit zum festen Repertoire in der Jungen Gemeinde. Jeder, der ihm in seinen über 30 Dienstjahren als Mahlsdorfer Pfarrer begegnete, wird sich an andere Erlebnisse erinnern. „Gedient“ hatte er im wahrsten Sinne des Wortes in seiner bescheidenen und selbstlosen Art auf die vielfältigste Weise in unserer Gemeinde.

Viele sehen ihn noch auf dem Fahrrad, ständig unterwegs im Ort. In Zeiten, da es noch nicht so gute Pflegedienste gab, kümmerte er sich um Kranke und alte Menschen, kaufte ein und erledigte fürsorglich praktische Aufgaben. Zusammen mit der Jungen Gemeinde renovierte er bei bedürftigen Menschen Wohnungen, organisierte über viele Jahre hinweg, regelmäßige Besuche im Pflegeheim Grabensprung und holte dort mit ihr die behinderten Jugendlichen ab. Die „Roller und Latscher“, wie sie sich nannten, unternahmen viel gemeinsam und lernten voneinander und einige fanden dadurch zum Glauben oder wurden inspiriert, einen Pflegeberuf zu erlernen.
Manche erinnern sich noch besonders an die ständige Herausforderung, Bauaufgaben an den kirchlichen Gebäuden zu bewältigen. Mit wenig Geld und kaum vorhandenem Material waren zu DDR -Zeiten viel Organisationstalent und eigene handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Beides besaß Pfarrer Bauer und suchte mit seinen treuen engagierten Mitstreitern nach den bestmöglichen Lösungen.
Und das sind nur einige Mosaiksteine, die hier zusammengetragen wurden, jeder, der ihn kannte, wird andere hinzufügen können. Unzählige Gottesdienste, Feiern, Taufen, Konfirmationen und Beerdigungen
haben sich in unser Gedächtnis eingeprägt. Bei unserer Goldenen Konfirmation waren sich alle einig, dass wir vor allem durch Pfarrer Bauer gelernt hatten, „über den Gartenzaun“ zu blicken.
Unermüdlich versuchte er zu „säen“ und wünschte sich mitunter bestimmt, dass die „Ernte“ üppiger ausfällt. 
Geduldig, ohne zu klagen, sogar oft mit Humor, hatte er in den letzten Jahren seine schwere Krankheit ertragen. Und das ist auch etwas, worin er uns Vorbild sein kann.
„Herr, wir gehen Hand in Hand, Wandrer nach dem Vaterland;
lass dein Antlitz mit uns gehn, bis wir ganz im Lichte stehn.“
Dies ist die Strophe eines Liedes, das Pfarrer Bauer ebenfalls sehr mochte. Es wurde als Abschiedslied auf seiner Trauerfeier gesungen und schenkt uns, die noch auf dem Weg sind, Zuversicht.
Reintraut Bänsch, stellvertretend für alle, die in Dankbarkeit zurückblicken