Gemeindeleben

Geographische Lage

Die Ev. Kirchengemeinde in Berlin-Mahlsdorf ist die Gesamtheit der drei Gemeindebezirke Kreuzkirche (Mahlsdorf Nord), Alte Pfarrkirche (Mahlsdorf Mitte) und Theodor-Fliedner-Heimes (Mahlsdorf Süd). Die Aufteilung gilt nur formal und bestimmt die Zugehörigkeit der Gemeindemitglieder zu den Gemeindebezirken Nord, Mitte und Süd.

Gemeindemitglieder

Insgesamt sind in der Kirchgemeinde Mahlsdorf .... Gemeindemitglieder registriert, die sich wie folgt auf die 3 Gemeindebezirke aufteilen:

  • Nord:
  • Mitte:
  • Süd:

Gemeindekreise

Es existieren viele Gemeindekreise  (Übersichtsliste), die in den den drei Gemeindebezirken Gemeindemitglieder zu interessierenden Themen zusammenbringen. Eine übergreifende Abstimmung dieser Kreise untereinander besteht bisher nicht. Die einzelnen Kreise sind in den weiteren Auswahlpunkten im Menü beschrieben. Kreise der Kirchenmusik sind im Hauptmenü gesondert aufgeführt.

 


Aus der Chronik...

Gemeindeleben in der Kreuzkirche (1936 - 1986)1

Am 26. Januar 1936 versammelte sich zum ersten Mal eine große Gemeinde zum Gottesdienst in der neu erbauten Ev. Kreuzkirche Berlin-Mahlsdorf. Seitdem hat unser Gotteshaus in allen wechselnden Zeitläufen einer großen oder kleineren Schar von Gemeindegliedern als Versammlungsstätte gedient, um das Wort Gottes zu hören, die Sakramente zu feiern und die Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi zu erleben. Viele Glieder der Kirchengemeinde wurden in ihr getauft und eingesegnet, viele Paare haben hier ihre Ehe unter den Segen Gottes gestellt und viele Angehörige fanden nach dem Tod eines geliebten Menschen hier Trost im Worte Gottes. So ist sie uns sehr ans Herz gewachsen und wir möchten sie nicht missen mit ihrem schlichten Äußeren und ihrem zu Gebet und Stille führenden Inneren. Wir bitten Gott, dass dieses Gotteshaus auch in Zukunft jungen und älteren Menschen eine Heimat sei und sie durch Wort und Sakrament im Glauben gestärkt werden und bereit sind für ein Leben als Christ in unserer Welt und Zeit. (Werner Nier, Pfarrer,Berlin-Mahlsdorf, den 26.1.1986)

Ehemalige Mitarbeiter und Älteste

„Es gibt keine größere Freiheit als die, den Willen Gottes zu erfüllen, und es gibt keine tiefere Seligkeit als die, in seinem Dienst zu stehen.“ Mit diesem Ausspruch, den der erste Pfarrer an der Kreuzkirche, Dr. Johannes Simon, gerne zitiert haben soll, sei herzlich und dankbar aller Ältesten und Mitarbeiter gedacht, die an der Kreuzkirche bisher tätig waren: Dr. Johannes Simon (geb. 1902, gefallen 1945) 1933 zunächst als Hilfsprediger, dann 1934 als 2. Pfarrer von Mahlsdorf gewählt und eingeführt mit Wohnung in der Hönower Str. 84-86, Leiter des Berliner evangelischen Männerwerkes. Er war auch als Volksmissionar tätig. Von 1941-1945, als beide Mahlsdorfer Pfarrer eingezogen waren, versahen die Pastoren Kalkoi und Lies den pfarramtlichen Dienst. Pfarrer Heinz Wilke (geb. 1916, gest. 1983) vom 6. 1. 1946 bis 5. 2. 1967 (letzten Abendmahlsgottesdienst). Danach übernahm er die Superintendentur Berlin-Pankow. Herzlich sei auch seiner Frau Ursula, geb. Mache (verst. 1975) gedacht, die in mütterlicher Weise ein Herz für alle Gemeindeglieder hatte.

Organisten und Chorleiter waren – nach einer kurzen Tätigkeit von Herrn Elsässer – Joachim Reichelt vom 3. 11. 1936 bis er 1944 im Kriege fiel. Erich Ihle von 1946 bis 1948, der auch als Katechet tätig war. Dann in Vertretungen Welzien, Mietke und Heinz Dietert. Erich Margenburg von 1951 bis 1956, war auch als Katechet tätig. Nach ihm überbrückte die Schülerin Rosemarie Schwarz die Vakanz. Als Katechetinnen waren in den Nachkriegsjahren für kurze Zeit Brüning und Hörner tätig. Hedwig Splittgerber (geb. 1901, gest. 1961) war von 1945 bis 1960 tätig, nachdem sie vorher schon für die Kinder der Gemeinde da war. Der Nordbezirk musste sich die Gemeindehelferinnen aus dem Burckhardthaus mit den anderen beiden oder mit einem anderen Bezirk teilen: Annemarie Hoffmann für die 3 Bezirke (1951 - 1952), Roswitha Buck für alle drei Bezirke (1952 - 1953), Helga Feurich für Süd und Nord (1953 - 1957), Irmgard Feller für Süd und Nord (1958 - 1962). Ihnen war in besonderer Weise die Jugend- und freie Kinderarbeit anvertraut.

1946 bekam der Nordbezirk eine eigene Schwesternstation, nachdem er in den Jahren vorher von Schwester Dora Schulz aus Süd und der Schwester Klara Türpitz aus Mitte mitversorgt wurde. Die ersten eigenen Schwestern waren: Schwester Rosa Leii von 1946 bis 1949, Diakonisse Margarete Graßmann von 1950 bis 1961, Schwester Liselotte Schwender von 1961 bis 1963, 1947 wurde der „Freundeskreis zur Erhaltung der Schwesternstationen” von Pfarrer Stöß gegründet. Er zählte schon im ersten Jahr 334 Mitglieder und trägt noch heute diese Arbeit mit.

Küster und Kirchendiener waren (nach einer kurzen Tätigkeit von Herrn Kreckow): Oskar Reich von 1937 bis 1947, Willi Hellge von 1947 bis 1969, Willi Baude von 1969 bis 1972 und nach vielen freiwilligen Kräften dann Magdalene Drohne von 1974 bis 1976. Für den Altarschmuck sorgte in vielen Jahren in liebevoller Weise Frau Martha Gierschner.

Älteste an der Kreuzkirche im Laufe der Jahre: Klara Baumgärtner, Erich Brahma, Karl Heinrich, Karl Hermann, Willi Hellge, Ehrenältester Karl Weigel (†) Dr. Georg Forgber, Herr Himmel, Frieda Müller, Martha Rißmann, Hans Röhl, Richard Schröter, Walter Tetzlaff. Besonders sei hier Johannes Graebe gedacht, der von 1912 bis zu seinem Tod Ältester für den Nordbezirk war. Er verstarb auf dem Weg zur Bibelstunde, nachdem er am Sonntag vorher noch die Neukonfirmierten gegrüßt hatte. Diese Erinnerung an ehemalige Älteste und Mitarbeiter möge ein Wort des langjährigen Pfarrers an der Kreuzkirche, Heinz Wilke, beschließen, das er 1957 schrieb: „Möge uns in der Kirche die Gemeinschaft des Glaubens und der Liebe erhalten bleiben, denn des Trennenden ist schon so viel, dass uns bange wird, was daraus noch werden soll. Möge Gott noch alles gnädig wenden.“.

Älteste und Mitarbeiter, die z. Zt. an der Kreuzkirche tätig sind: Karl Weigel seit 1954, Richard Roy seit 1974, Klaus Katsch seit 1980, Dr. W. Kruska seit 1980. Nachfolgeälteste: Günther Schulz, Elfriede Lotz, Pfarrer Werner Nier, gewählt am 20.4.1967 eingeführt am Palmsonntag 1969, Kantor Andreas Muntschick seit 1. 7. 1958, Katechetin Ingrid Modrow September 1972, Schwester Marianne Lutz seit 1963, Kirchendienerin Regina Nowosadko seit Nov. 1976, Heizer Hans Peter Fabis seit 1. 12. 1984. In der Vakanz zwischen Pfarrer Wilkes Weggang und Pfarrer Niers Anfang diente der Gemeinde vom Herbst 1968 bis zum Frühjahr 1969 als Pastor im Hilfsdienst Fred Bormeister.

Kindergottesdienst - Kinderkreise - Christenlehre - Jugendarbeit

Die Christenlehre wurde seit 1945 neu aufgebaut unter den Bedingungen der grundsätzlichen Trennung von Staat und Kirche. Seit 1947 gab es nach anfänglichen Schwierigkeiten für die Kinder der 1. bis 6. Klasse regelmäßige Christenlehrestunden – zunächst noch in den Schulräumen. In den 50er Jahren wurde der Unterricht in kircheneigene Räume verlegt – bei uns in den Vorraum der Kreuzkirche. Jeden Freitag hatten die Kinder unserer Gemeinde in vier Gruppen Christenlehre. Da sich die Kinder oft mit anders denkenden Kindern auseinandersetzen mussten, waren Lehrplanänderungen für die Christenlehre nötig. Außer biblischen Texten wurden jetzt auch andere kindgemäße Texte verwendet, die die biblische Botschaft verdeutlichen. Neben der Christenlehre gab es bei uns von 1951 bis 1979 zwei Kinderkreise. Seit 1980 gibt es regelmäßig Advents- und Osterbastelnachmittage und Kinder-Gemeinde-Nachmittage als Höhenpunkte für die Kinder im Gemeindeleben. Der Kindergottesdienst wird seit einigen Jahren parallel zum Gottesdienst für die Erwachsenen gehalten. Alle Helfer und Mitarbeiter haben Freude, den in den letzten Jahren größer gewordenen Kindergruppen die frohe Botschaft weiterzusagen und grüßen alle, die einmal in der Kreuzkirche gebastelt, gespielt, gemalt, zugehört und mitgedacht, mitgesungen und mit gebetet haben. Neben der Kinderarbeit war auch die Jugendarbeit ein wichtiger Zweig der Arbeit in der Kreuzkirche. Junge Menschen, die im Alter von 14 bis 18 Jahren wichtige Entscheidungen ihres Lebens treffen, wurden eingeladen zu den Abenden der Jungen Gemeinde, zu gemeinsamen Fahrten und Rüstzeiten. In den 50er Jahren wurde diese Arbeit vorwiegend von den Gemeindehelferinnen, später von Pfarrer Wilke und dem Ehepaar Muntschick getan. In den 70er Jahren wurde die Jugendarbeit von Pfarrer Nier zusammen mit Herrn Muntschick geleitet. Viele Jugendliche bleiben eine zeitlang im Kreis, gingen dann z. T. durch Ausbildung weg oder verzogen. Heute hat sich wieder eine kleine Schar gesammelt und wir hoffen, dass sich der Kreis festigt. Wir laden alle Jugendlichen der Gemeinde immer wieder herzlich ein, sich als Junge Gemeinde in der Kreuzkirche zu sammeln und gemeinsam einen Weg in der Zukunft der Kirche zu suchen. (Ingrid Modrow, Katechetin; Werner Nier, Pfarrer)

Die Arbeit mit Frauen

Die Frauenhilfe unserer Gemeinde trifft sich jeweils am dritten Donnerstag des Monats um 15.00 Uhr. Sie ist der erweiterte Bibelstundenkreis, der sich an den übrigen Donnerstagen zur gleichen Zeit trifft. 1930 wurde sie gegründet und traf sich bis 1936 im Gasthaus „Zur Sonne”. Ihr 25jähriges Jubiläum feierte sie 1955 recht festlich mit ökumenischen Gästen vom Nordisch-deutschen Kirchenkonvent. Der Frauenkreis trifft sich alle vierzehn Tage jeweils an einem Dienstag um 19.30 Uhr. Er ist aus dem Mütterkreis hervorgegangen, den das Ehepaar Wilke Anfang der 50er Jahre gründete. Auf dem Programm stehen: u. a. Bibelarbei, Rundgespräche, Lebensbilder, Basteln, Singen. (Elisabeth Muntschick)

Diakonie

Ab Dezember 1979 besteht in der Kreuzkirche eine diakonische Helfergruppe. Es sind Helfer. die beim Besuchsdienst, Krankengottesdienst, diakonischen Gottesdienst, fröhlichen Beisammensein älterer Menschen im Sommer, Kuchen- und Plätzchenbacken usw. mittun. 1979 hatte ich gefragt: „Was ist Diakonie?” Auf den anderen zugehen und ihm helfen! Im Jahr 1986 möchte ich mit den Worten vom Evangelischen Kirchentag im Lutherjahr 1983 schließen: aufeinander hören, miteinander reden, voneinander lernen, füreinander beten! (Schwester Marianne)

Gemeindeleben in der Kreuzkirche (1990 - 2010): "Die Zeiten ändern sich“1

Die 90er Jahre waren geprägt durch eine Vielzahl von Veränderungen, die sich direkt oder indirekt auf unsere Gemeinde auswirkten. Die über lange Zeit tätigen hauptamtlichen Mitarbeiter wurden nach treuen Diensten verabschiedet und in den wohlverdienten Ruhestand geschickt. Nach dem Verlust unserer Kirchendienerin Regina Nowosadko und dem Ausscheiden des Heizers Peter Fabis trat auch Andreas Muntschick, Kantor und Kirchenmusikus, 1992 aus dem aktiven Dienst zurück. Unsere Gemeindeschwester, Marianne Lutz, die lange Zeit den Diakonischen Kreis leitete, wurde wenig später verabschiedet.

Ein schwerer Verlust für unsere Gemeinde war das Ende der 30jährigen Dienstzeit unseres dritten Pfarrers, Werner Nier, am 28. September 1997. Unsere sehr von den Kindern geliebte Katechetin Ingrid Modrow verließ die Gemeinde als glückliche Rentnerin ein Jahr später. Aufgrund der angespannten Finanzlage der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) konnten keine neuen hauptamtlichen Mitarbeiter die ehemaligen ersetzen. Eine harte Bewährungsprobe stand unserer Gemeinde bevor. Wie sollte die Kirchenarbeit ohne einen Pfarrer und seinen Mitarbeiterstab weitergehen? Der Weg, der vor uns lag, war sehr steinig und oft nur unter großen Anstrengungen zu meistern, doch der Wille nach dem Weiterleben der Kreuzkirchengemeinde war ungebrochen. Die Gemeindeleitung wurde kommissarisch dem langjährigen Kirchenältesten, Klaus Katsch, übertragen. Diese Arbeit umfasste ursprünglich die Pflege des Gemeindelebens sowie die Planung und Organisation der Gottesdienste und der Jubiläen. Für die Kinderarbeit und Christenlehre konnte Holger Brose, Gemeindemitglied in Mahlsdorf-Süd, gewonnen werden. Die Gemeindebegleitung im Gottesdienst an der Orgel übernahm Herr Ernst Helge auf Honorarbasis. Große  Unterstützung erhielt er dabei von seiner Frau, die ihm in Gottesdiensten mit ihrer Flöte zur Seite stand. Den Kinderchor, gegründet von Immanuela Laudon, übernahm nahtlos Brigitte Roy. Die Lücke unserer Kirchendienerin schlossen Simone Mackowiak – mit Verantwortlichkeit für die Kirche – und Ute Bartenstein – mit Verantwortlichkeit für das Gemeindehaus. Vergessen sei an dieser Stelle nicht der Dienst und das Engagement der vielen nicht genannten Gemeindemitglieder, die sich je nach ihren Gaben ebenfalls für die Erhaltung unserer Gemeinde stark machten.

Nach langem Hadern berief die Kirchenleitung am 8. April 1999 den Kirchenältesten Klaus Katsch offiziell zum Gemeindeleiter. Die Amtseinführung erfolgte am 24. Mai 1999 durch den Superintendenten Rißmann in einem Festgottesdienst. Diese Berufung war bisher einzigartig in der EKD, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, dem die Leitung einer Gemeinde anvertraut wurde. Mit Gottes Hilfe und viel Arbeit gelang die Wiederbelebung unserer Gemeinde. Im September des gleichen Jahres scharte Michael Katsch eine Handvoll sangesfreudiger Menschen um sich, aus denen sich der neue Sängerchor der Kreuzkirche entwickelte. Ebenfalls erfreulich war der Neubeginn der ,,Jungen Gemeinde“. Unter der Federführung von Janin und Matthias Katsch kommen nun die Jugendlichen regelmäßig unter Gottes Wort zusammen. Der bisherige Ehepaarkreis, ein Treffpunkt für Verheiratete, hat sich indes zum offenen Gesprächskreis gewandelt. Die Organisation obliegt Ute Bartenstein. Regelmäßig trifft sich auch weiterhin der Bibelstundenkreis. Unter der geistlichen Führung von Pfarrer Täuber durch die Bibeltexte nimmt Liane Bischof die Leitung des Kreises wahr. Trotz des Ausscheidens unseres Kantors aus dem aktiven Dienst, ließ sich seine Frau, Elisabeth Muntschick, nicht die Arbeit im Frauenkreis und der Frauenhilfe nehmen. Mit großem Interesse von außerhalb wird immer wieder auf unseren Posaunenchor geblickt, der 2011 sein 40. Jubiläum feiert. Mit viel Engagement leitet der Gründer, Klaus Katsch, eine stattliche Schar von Bläserinnen und Bläsern.

Das Jahr 2000 – von vielen als das große Millennium gefeiert bzw. von Informatikern gefürchtet – läutete auch in unserer Gemeinde ein neues Zeitalter ein. Große Herausforderungen standen vor uns. Im März des selbigen Jahres beteiligte sich unsere Gemeinde an der bis dato größten Evangelisation innerhalb Deutschlands – ProChrist 2000.

Dank großzügiger Spenden und vielen Anstrengungen erstrahlte unsere Kreuzkirche ein Jahr später anlässlich des 65. Kirchweihfestes in neuem Glanz. Stolz erhebt sich die restaurierte Kirchturmkugel über unserer Kirche in goldener Pracht und begrüßt jeden Besucher wieder mit den Luther-Worten “Ein feste Burg ist unser Gott”. Im Wonnemonat Mai erging dieser Gruß selbst an unser Kirchenoberhaupt – Bischof Dr. Wolfgang Huber. Am 2. September 2001 erfuhr unsere Gemeinde einen besonderen Segen. Nach vier Jahren Vakanz feierten wir die Einführung unseres vierten Pfarrers, Sven Täuber, den sich Mahlsdorf-Nord und Hönow jeweils zur Hälfte teilen.

Beinahe ein Jahr später weihte unsere neue Superintendentin Beatrix Forck unseren Jugendraum “JuRaNo” ein. Ein starker Anwuchs der Jungen Gemeinde hatte zu räumlichen Engpässen geführt. Doch nicht nur unsere Jugend nutzt die neuen Räumlichkeiten. Ein im September 2002 von Janin Katsch und Meike Nadobny ins Leben gerufener Mutter-Kind-Club bringet “neues” Leben in unser Gemeindehaus. Damit die jüngsten Mitglieder den Anschluss an unser Gemeindeleben nicht verpassen, gründete unser Gemeindeleiter, Klaus Katsch, am 18. Mai 2004 die “Kleine JG”. Eine neue Form der Gottesdienstfeier wurde im September durch das Jugendprojekt “The Way out” eingeführt. Unter den Fittichen von Daniel Katsch und seinem Leitungsteam erfreut uns die neue Jugendband einmal im Monat mit ihren frischen Klängen. Doch Freud und Leid kommen immer zu zweit. Am 18. Januar 2005 verstarb unser langjähriger Förderer und Superintendent im Ruhestand – Joachim Rissmann im 69. Lebensjahr. (Johannes Katsch)

Im 75. Jahr des Bestehens der Kreuzkirche wird gern in die Vergangenheit zurückgesehen. Die Gemeinde ist in dieser Zeit durch Höhen und Tiefen gegangen, hat die düstere Geschichte des 2. Weltkrieges und die schwere Zeit der DDR überstanden. Diese letzte Zeit wurde durch die beiden langjährigen Pfarrer Heinz Wilke und Werner Nier geprägt. Die Wende 1989 brachte nicht nur positive Auswirkungen mit sich. Zwar konnte 1995 das neue Gemeindehaus eingeweiht werden, doch nach dem Eintritt von Pfarrer Nier 1997 in den Ruhestand ist die Pfarrstelle nicht sofort wieder und durch die Neugründung der Pfarrsprengels Mahlsdorf/Hönow nur in einem Umfang von 50 Prozent besetzt worden. Mit Hilfe von Klaus Katsch konnte jedoch die aktive Gemeindearbeit fortgesetzt und Arbeitsbereiche wie Chor und Junge Gemeinde neu belebt werden.

So lernte ich im Sommer 2007 eine aktive Gemeinde kennen, die sich auf die Zusammenarbeit mit einem neuen Pfarrer freute. Seitdem ist das Gemeindeleben lebendig geblieben. Mit ebenso großer Zuversicht sehen wir in die Zukunft. Die Gemeinde hat beschlossen, gegenüber der Kirche einen neuen Kindergarten zu errichten. Wir erhoffen uns dadurch neue Impulse für die Gemeindearbeit. Freuen würden wir uns auch über die Errichtung von seniorengerechten Wohnungen und anderen Einrichtungen für ältere Menschen, mit denen wir als Gemeinde zusammenarbeiten können und dadurch unser Gemeindeleben bereichern. Kinder und ältere Menschen werden oft als die Schwächeren bezeichnet und verlieren in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Für uns als Gemeinde sind sie jedoch ein wichtiger Bestandteil. So steht es auch in der Jahreslosung für das Jahr 2012, dem Jahr der Eröffnung des Kindergartens. Der Herr Jesus Christus hat dem Apostel Paulus zugesagt: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ (2. Kor 12,9). So wollen wir zuversichtlich in das neue Jahrzehnt gehen. (Schlußwort in der Festschrift von Pfarrer Frank Grützmann)


Aus der Chronik...

Gemeindeleben im Theodor-Fliedner-Heim2

Angaben zum Standort und Bauwerk Theodor-Fliedner-Heim sind im Hauptmenü unter Standort zu finden.

Bereits 1910 hatte die Gemeinde einen Antrag an das Königliche Konsistorium der Mark Brandenburg gestellt und um den Bau einer Kapelle gebeten. Der Erste Weltkrieg, Inflation und Weltwirtschaftskiese machten alle Pläne zunichte. Die Gemeinde musste sich weiterhin mit der Nutzung des Saales einer chemischen Fabrik in der Köpenicker Allee 136 (heute Hultschiner Damm) begnügen. Der 27.4.1920 war wieder ein wichtiger Tag. Der Preußische Landtag verabschiedete ein Gesetz zur Bildung von Groß Berlin, durch die Einbeziehung vieler Randgemeinden. Dieses Gesetz trat am 1.10.1920 in Kraft. Also kam auch Mahlsdorf zu Berlin. Die verkehrstechnische Erschließung bescherte Mahlsdorf den Anschluss an die elektrische S-Bahn. Der erste Zug fuhr am 15.12.1930 bis Mahlsdorf. Die erste eigene Schule in Mahlsdorf-Süd wurde 16. Mai 1936 am Königsweg (heute Erich-Baron-Weg) eröffnet. Für die Kirche gab es neue Pläne. Aus der Kapelle wurde ein Gemeindeheim, das sollte einen Gemeindesaalmit etwas über 200 Plätzen haben und dazu noch eine Wohnung für eine Gemeindeschwester und eine für den Gemeindediakon.

Am 22. Dezember 1937 abends 7:00 Uhr, nach nur sechs monatiger Bauzeit, konnte die Einweihung des „Evangelischen Gemeindeheims Theodor Fliedner“ gefeiert werden. Das war ein Fest! In der Festordnung lesen wir: „Der Erbauer des Gemeindeheims, Herr Regierungsbaumeister a.D. Risse, Berlin, überreicht den Schlüssel dem Herrn Präses des Verbandes der evangelischen Kirchengemeinden in der Hauptstadt Berlin Superintendent Zimmermann. Dieser übergibt ihn den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Herrn Pfarrer Rohrlach, der die Tür im Namen des dreieinigen Gottes öffnet“. Es singen der Kirchenchor der Alten Pfarrkirche und der Männergesangsverein Concordia. Die Orgel spielt Organist Theophil Rothenberg, den Gottesdienst leiten Pf. Rohrlach und Pf. Dr. Simon und es gibt viele Grußworte. Als Geschenke werden die Holzplastik, die den namensgebenden Theodor Fliedner zeigt und die silberne Taufschale überreicht. Als Gemeindeschwester nahm Schwester Dora Schulz ihren Dienst am 19.11.1936 auf, später folgte ihr Schwester Gerda Böttcher nach. Als Diakon konnte Herr Emil Eitel am 1.4.1938 die zweite Wohnung imTFH beziehen. Aber wieder standen den Menschen schlimme Zeiten bevor.

In der Nachkriegszeit normalisierte sich das Gemeindeleben sehr langsam. Zerstörung, Hunger und Notstand zeichneten den Alltag. Die sowjetische Besatzungsmacht wachte über alles. Pf. Dr. Simon war nicht aus dem Krieg zurückgekehrt, Pf. Rohrlach nahm seinen Dienst nicht wieder auf. Auch nach 1949, d.h. nach Gründung der DDR, wurde es für die Gläubigen in Alltag und Beruf oft schwierig. Umso wichtiger war es, einen festen Halt in der eigenen Gemeinde zu finden. Am 4. November 1951 um 15:00 Uhr konnten wir die Einweihung der neuen Glocken feiern. Die Weihe führte Superintendent Schröter durch. Den Gottesdienst begleiteten Pf.Wilke, Pf. Tietsch und Pf. Stöss. Es spielte der Posaunenchor und es sang der Chor unter Theophil Rothenberg.

Bis 1949 wurde die Predigtstätte immer von den Pfarrern der Alten Pfarrkirche betreut. Dann hatte dasTFH eine eigene Pfarrstelle. Seit 1949 waren es dann Pfarrer Tietsch, Pf. Tennigkeit, Pf. Gierra, Pf. Gastmann und Pf. Jabs.

Nachdem die Christenlehre nicht mehr in der Schule vermittelt werden durfte, wurde der Unterricht im TFH abgehalten. Dies erfolgte durch Frau Helga Feurich, Frau Erika Rothenberg, Frau Karin Rothenberg und jetzt unter Herrn Holger Brose.

Der Konfirmandenunterricht fand unter Leitung der diensthabenden Pfarrer statt. Den Kinderchor leitete Frau Gisela Heinker. Bibelstunde, Frauenhilfe, Helferkreis, Hauskreis, Gesprächskreis, Besuchsdienst, Junge Gemeinde, Seniorentreff, Flötenkreis, Familientreff, Kinderstunde, alle hatten und haben einen festen Platz in der Gemeinde. Viele ehrenamtliche Helfer stehen im Dienst unseres Herrn Jesus Christus. Und so konnten wir auch 25, 40 und 50 Jahre TFH feiern.

1989, im Jahr der „Wende“, gab es auch im TFH mehrere Treffen mit Diskussionen zu den aktuellen politischen Ereignissen. Viele Menschen suchten den Kontakt zur Kirche, wem sollte man sonst schon vertrauen? Und doch wurden alle von der schnell umgesetzten Wiedervereinigung Deutschlands überrascht. Wieder gab es große Veränderungen und wieder wurden die Gemeindekreise mit neuem Leben erfüllt.

Neue Aktivitäten sind hinzugekommen, der Spiel-Raum, Krabbelgruppe, Posaunen, Skat und die Vergabe unserer Räume für Tanz, Familienfeiern, Zeichengruppe und anderes. Aber seit 2002 gibt es keine Pfarrwohnung mehr im TFH. Gemeindeschwester und Diakon gibt es schon lange nichtmehr. Das Haus wurde umgebaut, alle Räume stehen nun zur Gestaltung des Gemeindelebens zur Verfügung. Alles wird gut genutzt!

Schließen möchte ich mit einem Wort aus dem Jahr 1937 von Pf. Dr.Simon zur Weihe des Hauses: „Die Gemeinde möchte dieses Theodor-Fliedner-Heim hinnehmen als ein Haus der Freude, als ein Haus der Liebe, als ein Ort des Gebetes, als eine Stätte des Friedens“. (Kuno Göing)

  • 1. a. b. Aus der Festschrift "75 Jahre Ev. Kreuzkirche Mahlsdorf"
  • 2. Aus dem Artikel: "75 Jahre Theodor-Fliedner-Heim (1937 – 2012)" von Kuno Göing im Gemeindebrief Dezember 2012 (S. 4, 17-22)