Theodor-Fliedner-Heim

Mahlsdorf SĂŒd: 
Theodor-Fliedner-Heim 
Schrobsdorffstraße 35/36 
12623 Berlin
GemeindebĂŒro
Mahlsdorf Mitte 
Tel: 030 / 567 76 17 
e-mail: info@kirche-mahlsdorf.de 

 


Kirche und Gemeinde

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Theodor-Fliedner-Heim

Das Theodor-Fliedner-Heim Kirche im Gemeindebezirk SĂŒd der Ev. Kirchengemeinde Mahlsdorf. Einen Übersichtsartikel findet man bei Wikipedia.

Überblick ĂŒber Baugeschichte und Gemeindeentwicklung

 

19374. Juli Grundsteinlegung fĂŒr ein neues Gemeindeheim.
193722. Sept. Richtfest
193722. Dez. Einweihung des „Evangelischen Gemeindeheims Theodor Fliedner“
194231. MĂ€rz werden die beiden Bronzeglocken im Auftrag der Reichsstelle fĂŒr Metalle abtransportiert
194324. Dez. Feuer durch eine Brandbombe
1945Beseitigung der KriegsschÀden erfolgt in kleinen Schritten zwischen 1945 und Ende 1949.
1947Die Firma Peschel liefert „neue kĂŒnstlerische Fenster“
1949Das Theodor-Fliedner-Heim bekommt eine eigene Pfarrstelle. Vorher wurde die PredigtstÀtte immer von den Pfarrern der Alten Pfarrkirche betreut.
19514. Nov. um 15:00 Uhr Einweihung der neuen Glocken
 Christenlehre im Theodor-Fliedner-Heim, nachdem der Unterricht nicht mehr in der Schule stattfinden darf.
199427. MĂ€rz Verabschiedung von Kantor Theophil Rothenberg nach 56 Dienstjahren in den Ruhestand, nachdem er ĂŒber viele Jahre den Chor leitete. Er begleitete auch die Jugendarbeit, den Flötenkreis und es gab wohl kaum ein Fest oder eine Feier, die er nicht mit organisierte.
20006. Jan. NeugrĂŒndung des Chores der Kirchengemeinde Mahlsdorf SĂŒd unter Leitung von Bernhard Farenholtz.
2001Verabschiedung von Pf. Gastmann in den Ruhestand.
2002Das Haus wurde umgebaut, alle RĂ€ume stehen nun zur Gestaltung des Gemeindelebens zur VerfĂŒgung. Es gibt keine Pfarrwohnung mehr im Theodor-Fliedner-Heim, ebenso wurden Gemeindeschwester und Diakon eingespart.
2012Einweihung der neuen Orgel zum 75. Kirchweihfest.

Chorraum mit Altar, Taufstein und Lesepult

 

Orgel

 

Glocken


Aus der Chronik...1

Bereits 1910 hatte die Gemeinde einen Antrag an das Königliche Konsistorium der Mark Brandenburg gestellt und um den Bau einer Kapelle gebeten. Am 26. MĂ€rz 1910 schrieb man uns „Wir sind nicht abgeneigt, dem Plan der Errichtung einer Kapelle in Mahlsdorf–SĂŒd nĂ€her zu treten 
.“. Aber es kamen schlimme Zeiten. Der Erste Weltkrieg, Inflation und Weltwirtschaftskiese machten alle PlĂ€ne zunichte. Alle ersparten Gelder waren weg! An den Bau der Kapelle war gar nicht mehr zu denken. Die Gemeinde musste sich weiterhin mit der Nutzung des Saales einer chemischen Fabrik in der Köpenicker Allee 136 (heute Hultschiner Damm) begnĂŒgen. Der 27.4.1920 war wieder ein wichtiger Tag. Der Preußische Landtag verabschiedete ein Gesetz zur Bildung von Groß Berlin, durch die Einbeziehung vieler Randgemeinden. Dieses Gesetz trat am 1.10.1920 in Kraft. Also kam auch Mahlsdorf zu Berlin. Die verkehrstechnische Erschließung bescherte Mahlsdorf den Anschluss an die elektrische S-Bahn. Der erste Zug fuhr am 15.12.1930 bis Mahlsdorf. Die erste eigene Schule in Mahlsdorf-SĂŒd wurde 16. Mai 1936 am Königsweg (heute Erich-Baron-Weg) eröffnet.

FĂŒr die Kirche gab es neue PlĂ€ne. Aus der Kapelle wurde ein Gemeindeheim, das sollte einen Gemeindesaalmit etwas ĂŒber 200 PlĂ€tzen haben und dazu noch eine Wohnung fĂŒr eine Gemeindeschwester und eine fĂŒr den Gemeindediakon. Getragen und bezahlt wurde das vom Verband der evangelischen Kirchengemeinden in der Hauptstadt Berlin. Lediglich fĂŒr die Innenausstattung hatte die Gemeinde selbst aufzukommen. Welche Freude und Dankbarkeit darĂŒber aufkam, lĂ€sst sich aus heutiger Sicht nicht mehr in Worte fassen. Das BaugrundstĂŒck, mit einer FlĂ€che von 1345m2, an der Schrobsdorffstrasse 35/36 wurde 1936 von Frau Fahrentholtz fĂŒr 3640,- RMerworben. Der dort wohnende PĂ€chter erhielt 125,- RM Abfindung. Die Bauleitung des neuen Gemeindeheimes wurde dem Regierungsbaumeister a.D. Otto Risse ĂŒbergeben. Er schaffte es, ein GebĂ€ude zu errichten, das sich in das Siedlungsgebiet gut einfĂŒgte und trotzdem allen AnsprĂŒchen an einen sakralen Bau gerecht wird. Der Baubeginn wurde auf den 25. Juni 1937 festgesetzt. Am Abend dieses Tages wurde unter Beteiligung der Gemeinde der erste Spatenstich getan. Pf. Rohrlach und Pf. Dr. Simon begleiteten diese Feier. Am 4.Juli erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Bei strahlendem Sonnenschein und 35°C im Schatten waren viele aus der Gemeinde und viele GĂ€ste gekommen. Die Grundsteinlegungsurkunde verlas Stadtrat Landschulz – KirchenĂ€ltester und Kirchmeister. Die ersten drei HammerschlĂ€ge wurden von PrĂ€ses Zimmermann, dem Vorsitzenden des Verbandes der evangelischen Kirchengemeinden in der Hauptstatt Berlin ausgefĂŒhrt. Der Bau ging schnell voran, die Feierlichkeiten folgten Schlag auf Schlag. Schon nach 12 Wochen konnte das Richtfest am 22. September 1937 gefeiert werden. Den Richtspruch sprach der Zimmermeister Johannes Zimmermann. Beim Dank an die Bauarbeiter wurde besonders erwĂ€hnt, das die Bauarbeiten ohne Unfall ausgefĂŒhrt wurden und „
 dass keiner herunter gefallen, dass wir geblieben sind alle gesund“.

Die Glockeneinholung wurde am 27.Oktober 1937, nachmittags um 3 Uhr gefeiert. Der Festzug versammelte sich am sĂŒdlichen Ortsrand, d.h. Hubertus in der Köpenicker Allee. Ein Pferdefuhrwerk zog den hĂŒbsch geschmĂŒckten Karren mit den beiden Glocken. Es ging ĂŒber den Königsweg bis in die Schrobsdorffstraße. Auf dem KirchgelĂ€nde wurden die Glocken begrĂŒĂŸt, Ansprachen wurden gehalten und die Glocken wurden angeschlagen. Die Beteiligung der Gemeinde war riesig. Am 22. Dezember 1937 abends 7:00 Uhr, nach nur sechs monatiger Bauzeit, konnte die Einweihung des „Evangelischen Gemeindeheims Theodor Fliedner“ gefeiert werden. Das war ein Fest! In der Festordnung lesen wir: „Der Erbauer des Gemeindeheims, Herr Regierungsbaumeister a.D. Risse, Berlin, ĂŒberreicht den SchlĂŒssel dem Herrn PrĂ€ses des Verbandes der evangelischen Kirchengemeinden in der Hauptstadt Berlin Superintendent Zimmermann. Dieser ĂŒbergibt ihn den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Herrn Pfarrer Rohrlach, der die TĂŒr im Namen des dreieinigen Gottes öffnet“. Es singen der Kirchenchor der Alten Pfarrkirche und der MĂ€nnergesangsverein Concordia.

Am 1.9.1939 begann der 2.Weltkrieg. Am 31.3.1942 wurden die beiden Bronzeglocken im Auftrag der Reichsstelle fĂŒr Metalle abgenommen und abtransportiert. Am Heiligen Abend 1943 wurde durch eine Brandbombe ein Feuer ausgelöst, das aber durch den unerschrockenen Einsatz der dort wohnenden Diakonisse Dora Schulz gelöscht wurde.

In der Nachkriegszeit wurde der Kirchraum erst einmal fĂŒr Schulzwecke genutzt. Die Arbeiten zur Beseitigung der KriegsschĂ€den erfolgten in kleinen Schritten zwischen 1945 und Ende 1949. 1947 lieferte die Firma Peschel „neue kĂŒnstlerische Fenster“.

Am 4. November 1951 um 15:00 Uhr konnten wir die Einweihung der neuen Glocken feiern. Die Weihe fĂŒhrte Superintendent Schröter durch. Den Gottesdienst begleiteten Pf.Wilke, Pf. Tietsch und Pf. Stöss. Es spielte der Posaunenchor und es sang der Chor unter Theophil Rothenberg.

Seit 2002 gibt es keine Pfarrwohnung mehr im TFH. Gemeindeschwester und Diakon gibt es schon lange nichtmehr. Das Haus wurde umgebaut, alle RĂ€ume stehen nun zur Gestaltung des Gemeindelebens zur VerfĂŒgung. Alles wird gut genutzt! Unsere neuste Anschaffung ist der Neubau der Orgel, deren Klang uns unser Leben lang begleiten soll, in unserem TheodorFliednerHeim, ab dem 75. Kirchweihfest.

Schließen möchte ich mit einem Wort aus dem Jahr 1937 von Pf. Dr.Simon zur Weihe des Hauses: „Die Gemeinde möchte dieses TheodorFliednerHeim hinnehmen als ein Haus der Freude, als ein Haus der Liebe, als ein Ort des Gebetes, als eine StĂ€tte des Friedens“. (Kuno Göing)

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